Testbericht: Rapoo E9090P

Ein Review in 3 Teilen

Teil 1: Technik

Pro:
  • Tasten F1 bis F12 sind die Defaultzuordnung der oberen Reihe, die Extras wie Lautstärke erreicht man über die Fn-Taste.
  • Alle Sonderfunktionstasten senden Standard-Keycodes und funktionieren wie gewollt in Linux.
  • Die Tastatur hat große Pfeiltasten, auch im deutschen Tastaturlayout.
  • Die Beleuchtung, einstellbar in 2 Helligkeitsstufen über Fn+Tab.
  • Nach ca. 14 Sekunden ohne Aktivität geht die Hintergrundbeleuchtung aus.
  • Es wird ein Micro-USB-Kabel für die Ladestation mitgeliefert.
  • Auf der Unterseite befindet sich ein Ein- und Ausschalter.
  • Für die Funkanbindung gibt es einen kleinen seperaten USB-Dongle.
  • Die Gesten des Touchpads: In Linux (Fedora 20 in meinem Fall) kommen für die Gesten brauchbare Tastaturevents an,einige haben sogar schon eine sinnvolle Zuordnung, bei anderen muss man noch nachhelfen:
    • Zweifingerscroll in alle vier Richtungen: Button 4,5,6,7 events, wie bei anderen 4-Wege Mausrägern auch
    • Zweifingerzoom: Button 4 bzw 5 events, aber mit anderem State (0x814 und 0x1014 statt 0x810 und 0x1010, das entspricht genau dem normalen Zweifingerscroll nach oben/unten mit gedrückter Steuerungstaste Control_L)
    • Dreifingerscroll nach oben: Windows-Taste links (auch bekannt als Super_L)
    • Dreifingerscroll nach unten: Tastenkombination Super_L+d
    • Dreifingerscroll nach rechts bzw links: Button 8 und 9 events, das entspricht den Daumentasten, die manche Mäuse haben und aktiviert im Firefox standardmäßig das Zurück- und Vorwärtsspringen der vorher besuchten Seiten.
    • Vierfingerscroll nach unten: Super_L+M
    • Vierfingerscroll nach oben: Super_L+Shift+M
    • Den Vierfingerscroll nach rechts und links gibt es hier nicht.
    • Von oben hereinwischen: Control_L+Super_L+XF86TouchpadOff (XF86TouchpadOff entspricht 0x2c3 bzw ist Keycode 201 zugordnet)
    • Von rechts hereinwischen: Alt_L+Super_L+XF86TouchpadOff
    • Von links hereinwischen: Control_L+Super_L+Backspace
    • Von unten hereinwischen ist keine Geste, die untersten anderthalb cm entsprechen der rechten bzw linken Maustaste, sind aber nicht physisch klickbar sondern nur speziell makierte Touchflächen.
    • Der Tip mit 2 bzw 3 Fingern ohne Bewegung erzeugt den Rechtsklick bzw den Klick mit der mittleren Maustaste.
    • Tip, Loslassen, Tip und anschließendes Gedrückthalten entsprechen wie bei vielen Touchpads dem Gedrücktlassen der linken Maustaste für Drag’n’Drop oder zum Textmakieren. Gleiches funktioniert auch angemehm wenn man mit dem Daumen den Touchbereich für die linke Maustaste berührt.
Cons:
  • Das Touchpad ist annehmbar aber nicht gut. Wie viele Touchpads ist es bei Microbewegungen ungenau bzw. man erhält keine Reaktion, d.h. sie ist nichts für pixelgenaues Arbeiten.
  • Das kabellose Laden erzeugt ein leises Pfeifen, ähnlich dem mancher Handyladegeräte (mal mit dem Ohr ganz nah drangehen). Ist es sonst still oder relativ leise im Raum, nervt es wirklich, vor allem weil es ständig die Tonhöhe wechselt. Aber man kann ja laden, wenn man gerade nicht im Raum ist.
  • Schaut man schräg von vorne auf die Tastatur, sieht man unter jeder Taste einen störenden hellen Strich.
  • Manchmal kommt man mit dem kleinen Finger beim Drücken der Entertaste auf das Touchpad was dann einen ungewollten Klick auslöst.
  • Es gibt keine Extra-Ladebuchse an der Tastatur, die Ladestation ist die einzige Auflademöglichkeit.
  • Man benötigt 2 USB-Ports, einen für das Funkmodul und einen zum Laden der Tastatur.

Teil 2: Schreibgefühl

Ich warte mit meiner entgültigen Einschätzung noch ein oder zwei Wochen, bis ich mich vollständig an die Tastatur gewöhnt habe. Normales, blindes Zehnfingerschreiben klappt schon jetzt am Anfang schon sehr gut und schnell. Die Anordnung der Shift- und Pfeil-nach-oben-Taste sind auf dieser Tastatur alledings genau invers zu meiner Laptoptastatur, sodass ich statt einem Doppelpunkt erst versehentlich einen Punkt in die darüberliegende Zeile setze. Aber ich glaube nach einer gewissen Eingewöhnungszeit dürfte sich das geben. Auch schaffe ich es meist nicht, die Sonderzeichen der oberen Zeile zu benutzen, weil die rechte Shift-Taste ungewöhnlich kurz ist.

Teil 3: Programmiereignung

.. wird sich auch in den nächsten Wochen zeigen. Für einen ersten Test zähle ich einmal die Vertipper für die nächsten Zeilen:

int* main(char[] argv, int argn) {
println(argv[1]);
}

3 Vertipper, davon sind zwei der Shifttaste geschuldet.

2 comments

  1. na, gibts irgendwelche neuen erkenntnisse? (überlege gerade, mir auch eine zu holen)

    • Der Bewohner sagt:

      Ich würde dir davon abraten. Auf Dauer ist das Tippgefühl eher schlecht bis grottig. Und ich habe festgestellt, dass das Arbeiten mit der Maus sehr viel schneller von statten geht als mit einem Touchpad, also nimmt das nur Platz weg. Auf der Arbeit hab ich eine billige Logitech K120 vor mir, und auf der lässt es sich um Längen besser tippen. Also wenn du die Wahl hast, nimm lieber eine Tastatur mit echten „mechanischen“ Tasten und keine mit Drucktasten. Bei Gelegenheit schreibe ich den Bericht mal fertig.

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